Oberschule Herzberg

Beratung als Aufgabe aller Lehrer

Beratung von Schülern und Eltern ist Aufgabe aller Lehrerrinnen und Lehrer unserer Schule.
Diese Tätigkeit verrichtet sowohl die Klassen- als auch die Fachlehrer. Ansprechpartner ist für Schüler und Eltern in der Regel zunächst die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer.

Kollegialer Austausch über beratungsrelevante Aspekte erfolgt im Rahmen von informellen Gesprächen und innerhalb von Klassen- und Lehrerkonferenzen.
Neben den Kollegium steht uns an der Schule ein Beratungslehrer und eine Sozialpädagogin zur Verfügung. 

 

Was ist ein Beratungslehrer oder eine Sozialpädagogin?

Ein Beratungslehrer ist ein Kollege, der sich für diese Beratungstätigkeit beworben hat und mit Zustimmung der Schulleitung und der Gesamtkonferenz von der Bezirksregierung zur Teilnahme an dieser Weiterbildungsmaßnahme zugelassen wird.
Die Ausbildung erfolgt über zwei Jahre und gliedert sich in vier Blockseminare und ca. 50 Beratungslehrerzirkelsitzungen. Sie wird mit einer schriftlichen Arbeit und einer mündlichen Prüfung beendet. Sie beinhaltet den Erwerb der Grundlagen der Wahrnehmungstheorie, einiger Kommunikationsmodelle und die Grundlagen der Gesprächsführung. Die Anbahnung von Verhaltensänderungen setzt die Kenntnis von lerntheoretischen Modellen, insbesondere systemischer Modelle voraus. Diese theoretischen Grundlagen werden in der Ausbildung bei Fallbesprechungen, die unter der Leitung von einem Schulpsychologen erfolgen, angewendet und reflektiert.

Die Sozialpädagogin ist vom Landkreis angestellt und hat ihren Arbeitsschwerpunkt in der Berufsvorbereitung der Schüler im Hauptschulbereich. Die Aufgaben der Sozialpädagogin und ihre Stellung im Beratungskonzept sind ähnlich den Aufgaben des Beratungslehrers.
Ihre Ausbildung setzt ein mehrjähriges Studium an der Universität oder Fachhochschule voraus.

Die Sozialpädagogin und der Beratungslehrer ergänzen und intensivieren die Beratungstätigkeit der Lehrer unserer Schule. Dabei verstehen sie sich als gleichberechtigte Mitglieder des Lehrerkollegiums.

 

Welche Aufgaben hat der Beratungslehrer und die Sozialpädagogin?

Die Aufgaben gliedern sich im Wesentlichen in vier Aufgabenbereiche:

1. Die Einzelfallhilfe:

Unter der Einzelfallhilfe versteht man die Beratung von Schülern, Eltern und Lehrern bei individuellen Lern-, Leistungs-, und Verhaltensproblemen oder sozialen Konflikten in der Schule. Die Einzelfallhilfe ist erfahrungsgemäß der eigentliche Schwerpunkt der Beratungstätigkeit.
Im Rahmen der Einzelfallhilfe arbeiten die Sozialpädagogin und der Beratungslehrer mit dem Schulpsychologen und anderen Einrichtungen des Landkreises zusammen.

2. Die Beratung von Schule und Lehrkräften:

Neben externen Beratern zählen die Beratung des Kollegiums und der Schulleitung aufgrund der in der Einzelfallhilfe gemachten Erfahrungen zu den Aufgaben des Beratungslehrers und der Sozialpädagogin. Diese Arbeit kann münden in Schulprojekten, in der Arbeit mit Schülergruppen oder in der Beratung einer Schulklasse.

3. Die Schullaufbahnberatung:

Neben den Klassenlehrern und dem Fachbereichsleiter AWT kann auch die Sozialpädagogin und der Beratungslehrer von Schülern, Eltern und Kollegen bei der Schullaufbahnberatung hinzugezogen werden. Sie können bei der Ermittlung individueller Voraussetzungen behilflich sein.

4. Die Konfliktmediation:

Kommt es zu Konflikten zwischen Schülern, Eltern und Kollegen oder Kollegen untereinander, können neben den Beratungskräften bei Schülerkonflikten auch die Schüler als Konfliktlotsen als Mediatoren hinzugezogen werden.

Mediationsgespräche können bei Schülerkonflikten eine Klassenkonferenzen ersetzen oder zum Aussetzen oder Aufheben von Strafen führen.

Die Arbeit der Konfliktlotsen regelt ein Beschluss der Gesamtkonferenz, der Bestandteil des Beratungskonzeptes der Schule ist (siehe Anlage).

Der Beratungslehrer und die Sozialpädagogin bilden gemeinsam die Konfliktlotsen an der Schule aus und betreuen die Konfliktlotsen bei ihrer Arbeit.

 

Was sind die häufigsten Anlässe für eine Beratung an unserer Schule?

Häufig sind die Anlässe für die Kontaktaufnahme mit der Sozialpädagogin und dem Beratungslehrer oder externen Beratern Schulleistungsdefizite von Schülern, Probleme beim Arbeitsverhalten oder auffälliges Sozialverhalten. Die Berater sollten von der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer immer dann hinzugezogen werden, wenn eine Verhaltensauffälligkeit bei einem Schüler zu verfestigen droht. Die Berater sind bei der Beurteilung von solchen Verhaltensentwicklungen auf die Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten (z.B. Schülern, Eltern, Klassenlehrer und der Schulleitung) angewiesen. Der Beratungslehrer oder die Sozialpädagogin lernen Schüler oder Eltern oft erst in der Beratung kennen. Die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer und die Eltern können zur Verhaltensentwicklung eines Schülers und den möglichen Ursachen wichtige Hinweise geben.

 

Formen der Beratung

Schulische Beratung kann durchgeführt werden

  • in spontanen Beratungsgesprächen
  • in geplanter Gruppenberatung (z.B. im Klassenverband)
  • in geplanten Einzelgesprächen (z.B Klassenlehrer und Schüler, Eltern und Klassenlehrer)
  • in Beratungsgesprächen mit allen Beteiligten (Eltern, externe Berater, Schulleitung und Klassenlehrer, Sozialpädagoge und/oder Beratungslehrer)
  • in Mediationsgesprächen bei einer Konfliktbearbeitung (z.B. Schülerkonflikte)
  • in pädagogischen Konferenzen oder Dienstbesprechungen der beteiligten Kollegen.

Die Haupttätigkeit der Beratung wird in Einzelgesprächen erfolgen, da man in dieser Gesprächsform die individuellen Probleme angemessener angehen kann.

 

Wie verläuft eine Beratung bei der Sozialpädagogin und dem Beratungslehrer?

Der Berater ermittelt zunächst die Problemsicht des Ratsuchenden und sein konkretes Anliegen. Dabei versucht er das Problem, seine Vorgeschichte und die bisherigen Lösungsversuche zu erfassen. Er ist auf die Mithilfe der Beteiligten (z.B. des Schülers, der Eltern, des Klassenlehrers und der Fachlehrer) angewiesen. Nach der Problemfindung formuliert er mit dem Ratsuchenden mögliche Ziele und erstellt ggf. unter Mithilfe anderer Beteiligter, dem Schulpsychologen oder außerschulischen Institutionen einen Plan zur Umsetzung. Er begleitet den Ratsuchenden bei der Problemlösung.

Kollegiale Mithilfe im Beratungsprozess

Je nach Vereinbarungen mit den Schülern (z.B. bei Vertragsabschlüssen) können Belange anderer Kollegen berührt werden. Hierüber erfolgen im Einzelfall kollegiale Absprachen. Bei „geringfügigen“ Belangen wird von einem Einverständnis ausgegangen.

 

Wie läuft eine Einzelberatung mit der Sozialpädagogin und dem Beratungslehrer ab?

Das Gespräch nimmt eine zentrale Rolle im Beratungsprozess ein. Der Ratsuchende (z.B. der Schüler) kann alle persönlichen Probleme und Sorgen ansprechen, seine Ängste und Befürchtungen mitteilen (Entlastungsfunktion). Für sein Problem hat er eine „Anlaufstelle“. Der Berater orientiert sich in seiner Tätigkeit an folgendem Beratungsmodell:
Der Berater ist nicht der „Wissende“, der eine „Patentlösung oder „seine“ Lösung vorgeben kann. Er versteht Beratung als nicht-direkte Intervention (Klientenzentriertes Modell nach Rogers). Der Ratsuchende erkennt die Zusammenhänge seines Problems und erarbeitet gemeinsam mit dem Berater realistische Lösungsmöglichkeiten. In diesem Selbstfindungsprozess gibt der Berater Hilfen für die Selbstreflektion und Selbstexploration, die den Ratsuchenden zur Selbstaktualisierung anregt. Der Ratsuchende (z.B. ein Schüler) wird somit zum „aktiven Partner“, der zur Lösung seines Problems beiträgt. Die Aufgabe des Beraters liegt somit in der indirekten Hilfestellung. Das Beratungsgespräch ist –zumindest in der Anfangsphase- ergebnisoffen.

 

Grundlagen der Beratung durch die Sozialpädagogin und den Beratungslehrer

 

1. Die Beratung ist ein Angebot.

Die Teilnahme an einem Beratungsgespräch (im Rahmen der Einzelfallhilfe) ist freiwillig. Kein Ratsuchender kann somit zu einem solchen Gespräch gezwungen werden. Für die Lösung bestehender Probleme ist die aktive Mitarbeit nötig, ein Teilnahmezwang würde dieser Zielsetzung zuwiderlaufen.
Jeder Schüler hat das Recht zu einem Beratungsgespräch gehört zu werden. Den Grund für dieses Gespräch muss er anderen Lehrern nicht nennen, wenn er dieses nicht möchte.


2.Vertraulichkeit der Beratung

Da in einem Beratungsgespräch sehr persönliche Themen zum Gesprächsinhalt werden können, unterliegen die Berater der Schweigepflicht. Die Beratung ist also vertraulich. Informationen, die im Rahmen der Beratung weitergegeben werden müssen, weil sie z.B. rechtlich relevant sind oder neue Lösungsansätze ermöglichen, werden mit dem Ratsuchenden abgesprochen.
In schwerwiegenden Fällen kann sich aber die Notwendigkeit der Information der Erziehungsberichtigten ergeben. In diesen Fällen ist eine Einzelfallentscheidung in Absprache mit der Schulleitung herbeizuführen. Der Ratsuchende wird über diesen Sachverhalt informiert.

3. Funktionale Unabhängigkeit

Der Berater braucht einen gewissen Grad an funktionaler Unabhängigkeit. Er soll frei von Wünschen oder Weisungen (z.B. der Eltern, Kollegen oder der Schulleitung) den Ratsuchenden beraten.

4. Beachtung der Verantwortungsstruktur

Der Berater beachtet die Verantwortungsstruktur im Schulsystem. Es gibt eine Vielzahl von Zuständigkeiten zum Beispiel die Aufgaben der Schulleitung, des Vertrauenslehrers, der Klassenlehrer, der Fachlehrer und der Schülervertretung.

 

Freistellung für das Beratungsgespräch

Die Schüler, die einen Beratungstermin oder eine Konfliktmediation durch die Konfliktlotsen in Anspruch nehmen wollen, informieren den für diese jeweilige Unterrichtsstunde zuständigen Klassen- oder Fachlehrer. Dieser wird in der Regel den Schüler von seinem Unterricht befreien, es sei denn, dass zu diesem Zeitpunkt eine Arbeit geschrieben wird oder andere wichtige Gründe vorliegen. In diesem Fall informiert der Schüler den Berater. Ist der Berater verhindert begibt sich der Schüler zu seiner Lerngruppe zurück.

 

Wie können Sie den Kontakt mit der Sozialpädagogin und dem Beratungslehrer anbahnen?

Schüler, Eltern oder Kollegen können sich als Einzelpersonen an den Beratungslehrer oder die Sozialpädagogin wenden und in die Sprechstunde gehen oder einen Beratungstermin mit ihm absprechen. Klassen- und Fachlehrer können Schüler oder Eltern auf die Tätigkeit des Beratungslehrers und der Sozialpädagogin hinweisen und den Ratsuchenden zur Kontaktaufnahme ermutigen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine Beratung nicht zwischen Tür und Angel oder in einer Pause erfolgen kann und einer Vor- und Nachbereitung bedarf.

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Heidestraße 10
37412 Herzberg

Tel. 05521-996570
Fax 05521-9965719

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